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| Tischtennis:
(TTC Rheindahlen 1950 e.V.) |
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Nach 19 Jahren Abstinenz ist der TTC Rheindahlen 1950 e.V. wieder in der Landesliga vertreten
Als sich im Sommer des Jahres 2000 ein junger ukrainischer Tischtennisspieler beim damaligen Kreisligisten TTC Rheindahlen vorstellte, war dem Vorstand noch nicht sofort klar, welches Juwel sie in den Verein bekamen. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass man den jungen Spieler zunächst einmal in die Reservemannschaft des TTC steckte. Hier machte er jedoch sehr schnell von sich Reden, als er den damals gerade aus der Verbandsliga kommenden TT-Oldie Ernst Willi Jennessen von der Platte fegte. Sehr schnell wurde den Rheindahlenern klar - der Kerl muß in die Erste rein.
Gesagt, getan - zur Hinserie 2000/01 wurde Michael Meytin als Ersatzspieler der 1. Herren eingesetzt und verlor kein Spiel - zur Rückserie an Nummer eins blieb er ebenso ungeschlagen und leitete damit den Aufstieg in die Bezirksklasse ein.
In der darauf folgenden Saison konnte mit Willi Vievers ein ehemals für Rheindahlen spielender Oldie wieder verpflichtet werden und in der Aufstellung Meytin, Vievers Willi und Norbert, Weide, Jansen und Malirsch schaffte man den direkten Aufstieg in die Herren-Bezirksliga.
Mit Björn Meyer, dem derzeitigen Geschäftsführer des TTC Rheindahlen wurde in der Saison 2002/03 der nächste jüngere Spieler neu an den Verein herangeführt. Der junge Grevenbroicher ( damals 17 Lenze alt ) suchte eine neue Herausforderung und die TTC'ler konnten ihm eine vernünftige Grundlage bieten.
Nach 2 Aufstiegen in Folge durfte die Erwartungshaltung der Tischtennisspieler nicht all zu hoch sein. Zunächst einmal war Klassenerhalt Pflicht und dieser wurde auch erreicht. Dies war die Basis für weitere Neuverpflichtungen.
Schon längere Zeit unterhielt der TTC-Vorstand gute Kontakte zu Frank Semmel und Thomas Theunissen vom Liga-Konkurrenten Wetschewell. Als es dort in der Mannschaft zu kriseln begann, war es nicht weiter verwunderlich, dass sich die beiden "Schwergewichte" Richtung Rheindahlen orientierten um dann in der Aufstellung Meytin, Semmel, Meyer, Theunissen, Malirsch und Norbert Vievers im vorigen Jahr einen sehr guten 4. Platz zu erreichen.
Allen Akteuren schwebte jedoch immer die Vision Landesliga im Kopf herum und so mußte nochmals Verstärkung an die Mannschaft herangeführt werden. Aus alten gemeinsamen Zeiten hatten Semmel und Theunissen immer noch hervorragende Kontakte zu Bernd Mettler, der für den Bezirksligisten Grün-Weiß Vanikum an den Start ging. Da Vanikum seine Heimspiele freitags austrug, war Bernd oft zu Gast in Rheindahlen; man faßte Vertrauen zueinander und war sich einig - der Typ paßte von der Kameradschaft, aber auch von der Spielstärke in das Team.
Saison 2004/2005 - Rheindahlen geht in der Aufstellung Meytin, Semmel, Mettler, Meyer, Theunissen und Malirsch an den Start. In der Hinserie gibt es lediglich eine Niederlage - beim TuS Wickrath muß sich die Crew um Spielführer Axel Malirsch mit 9:5 geschlagen geben; einen weiteren Punkt geben sie auf heimischer Platte gegen Vanikum ab. Dank des besseren Satzverhältnisses werden die TTC'ler jedoch Herbstmeister.
Zur Rückrunde dann direkt der Schock. Bezwangen die TTC'ler die Sportkameraden von Borussia Mönchengladbach in der Hinserie noch - unverdient hoch - mit 9:1, gab es in der Turnhalle Josefstrasse eine knappe und nicht einkalkulierte 9:7 Niederlage. Sollte die Mannschaft nun an den eigenen Nerven zerbrechen ?
Nein, Kampf war angesagt. Da einige der Spieler auf beruflichen Gründen nicht die Möglichkeit hatten, regelmäßig unterhalb der Woche zu trainieren, trafen sich die 6 Aufstiegswilligen nun jeweils 3 Stunden vor den Meisterschaftsspielen und legten ein Sondertraining ein. Der Erfolg blieb nicht aus. Es folgte ein Sieg nach dem anderen.
Am vorletzten Spieltag, Rheindahlen führte die Tabelle mit 3 Punkten Vorsprung vor den Sport- und Trinkkumpanen aus Hilfarth an, ging es zum ASV Süchteln. Ein Punkt mußte her und der Aufstieg war gesichert. Da der ASV sich selbst zu Beginn der Rückserie durch eine neue Nummer eins verstärkt hatte, waren die Süchtelner nach Rheindahlen die stärkste Rückrundenmannschaft. Es lag auf der Hand, dass es ein enges Spiel werden sollte. Unerwartet schnell gingen die Kappesländer jedoch 5:0 in Führung und als es plötzlich sogar 8:2 stand, war der Aufstieg sicher und durch den Freudentaumel für einen Augenblick die Konzentration weg. ASV Süchteln kam noch auf 8:5 heran, bevor Mannschaftsführer Malirsch den Sack zum verdienten 9:5 Erfolg zu machte.
An dem Abend konnte schon ein wenig gefeiert werden, obwohl die Mannschaft selbst eine schmerzliche Botschaft hinnehmen mußte. Nach fünf Jahren Vereinzugehörigkeit zieht es Michael Meytin zu einem anderen Verein. In der kommenden Saison wird er für den JTTC Hochneukirch auf Punktejagd gehen. Da Hochneukirch und Rheindahlen in der Landesliga nächste Saison aufeinandertreffen hat er sich jedoch bei seinem neuen Verein ausbedungen, dass er gegen Rheindahlen nicht antreten muß. So tief können Freundschaften sein.
Für Rheindahlen galt es jetzt nur noch eine Wunde zu heilen - die Niederlage aus dem Hinspiel gegen Wickrath sollte am letzten Spieltag "gerächt" werden.
Am 23 April traten beide Teams in Bestbesetzung an. Durch die bevorstehende, am gleichen Abend noch stattfindende Aufstiegsfeier, war die "grüne Hölle" wie Rheindahlens Tischtenniskeller in Insiderkreisen liebevoll genannt wird, gut besucht. Rund 40 tischtennisbegeisterte Vereinsangehörige wollten sich das Duell des Tabellenführers gegen den Ligakonkurrenten aus Wickrath ( Platz 4 in der Tabelle ) nicht entgehen lassen.
Was nun passierte, hat in Rheindahlen dann doch wirklich niemand erwartet. Um es kurz zu machen, die Wickrather wurden mit der Höchststrafe - nämlich 9:0 unter die Dusche geschickt; gerade einmal 7 Sätze konnten sie auf ihr Konto buchen. Revanche gelungen und das erste Aufstiegsbier wurde noch in der Halle getrunken, bevor es gegen 20 Uhr im Vereinslokal "Zur alten Post" dann richtig losging.
Jürgen und Ellen hatten es sich nicht nehmen lassen und gratulierten den TTC'lern auf ihre Art und Weise - sie sponserten für die rund 40 bis 50 Anwesenden ein rustikales Buffet vom Feinsten. Dazu hatte der Vorstand ein Faß Kölsch springen lassen, aber auch für alkoholfreie Getränke in ausreichendem Maß war gesorgt.
Der Vereinsvorsitzende, Egbert Menke, ließ in einem Schnelldurchgang die letzten Jahre nochmals Revue passieren und bedankte sich bei allen Spielern, die in den letzen fünf Jahren zu diesem hervorragenden Erfolg beigetragen hatten. Aus seiner privaten Schatulle hatte er den Aufsteigern schon neue Trainingsanzüge spendiert; vom Verein gab es als weiteres Aufstiegsgeschenk die vor 2 Jahren eingeführte "TTC-Armbanduhr" dazu.
Die Mannschaft bedankte sich zusätzlich bei ihrem langjährigen Weggefährten Michael Meytin mit einem netten Abschiedsgeschenk und bei der Abschiedsrede von Axel Malirsch sah man doch einige Tränen fließen.
Wer nun meint, der Vorstand des TTC legt nach diesen Erfolgen die Hände in den Schoß, der irrt. Auch für die kommende Saison sollen mindestens zwei starke Spieler an den Verein herangeführt werden, denn das Saisonziel muß heißen: Klassenerhalt.
Einen neuen Trainer konnte der TTC mit Fabian Lenke schon für die kommende Saison verpflichten - ob's auch mit den Spielern klappt ???
Und um sämtlichen Spekulationen vorzugreifen: Beim TTC Rheindahlen werden nur reine Fahrtkosten erstattet - Spielergehälter gibt's nicht. Wer also noch interessiert ist, kann sich unter 02161-905000 mit Egbert Menke in Verbindung setzen - dort gibt es weitere Infos.
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Autor: egme
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Artikel
vom 09.05.2005, 21:29 Uhr
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